Reisetagebuch 1. Juni 2018: Spaziergang mit der Reisegruppe

Info: Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich alle Uhrzeit-Angaben auf die Ortszeit in Kasachstan. Die mitteleuropäische Sommerzeit liegt 4 Stunden zurück.

Kurzes Zwischenspiel am Morgen

Der schöne Spaziergang mit Pablo hatte in der Nacht geendet, irgendwann zwischen 0 und 1 Uhr. Ich war danach noch etwas wach, meine innere Uhr meinte wohl noch, es sei Abend. Aber nach einer Weile Lesen konnte ich schließlich einschlafen.

An diesem Tag sollte schon ein guter Teil der Reisegruppe im Hotel sein und ab 10 Uhr wollte man sich in der Hotellobby treffen. Es sollte die Möglichkeit bestehen, an einem gemeinsamen Programm teilzunehmen. Was das genau sein sollte, sollten wir vor Ort erfahren, aber es war von einer Exkursion die Rede. Das Ziel war nicht bekannt und man sollte sich spontan entscheiden können, ob man dabei sein möchte. Ich selber hatte mir überlegt, bei einer Stadtrundfahrt eher nicht dabei zu sein, weil wir am nächsten Tag sowieso eine erleben sollten. Aber ich hatte in einer Dokumentation von der Gedenkstätte „Alzhir“ außerhalb von Astana gehört und eine Exkursion dort hin hätte mich durchaus interessiert.

Als der Wecker mich aus dem Schlaf holte, war ich schon noch ziemlich müde, aber es war lange nicht so schlimm wie am Vortag. Mein Telefon zeigte mir eine Nachricht von Peter an, dass nachts entschieden wurde, dass sich die Reisegruppe erst um 13 Uhr treffen sollte. Nun, ich war jetzt sowieso wach und machte mich trotzdem fürs Frühstück fertig.

Wer ist Peter?

Peter Kohl und ich waren uns bei einer Veranstaltung der europäischen Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt begegnet. Dort sprach mich Peter an und stellte sich mir als ein Hörer meines Podcasts „Auf Distanz“ vor und wir unterhielten uns ein Weilchen.

Nun, Jahre später, hatte Peter auch schon mit dem Gedanken gespielt, eine Reise nach Baikonur zu unternehmen. Als er bei Twitter von unserer Reise las, entschied er sich spontan dazu, bei der gleichen Tour dabei zu sein. Er hatte Glück und wurde trotz vergangenem Anmeldeschluss noch Teil unserer Reisegruppe beim selben Veranstalter.

Es ergab sich dann wie von selbst, dass Pablo, Peter und ich während der Reise eine Untergruppe bildeten, die eigentlich ständig zusammen war. Ich hatte Peter auch vorgewarnt, dass ich für unser Podcast-Projekt auch mal ein Gespräch mit ihm aufnehmen wollte.

Peter erreichte das Hotel morgens gegen 3 Uhr, später an diesem Tag sollten wir uns dann das zweite Mal begegnen.

Beim Frühstück

Ich ging frühstücken, suchte mir einen kleinen Tisch und holte mir einen Kaffee. Hier traf ich auf einen mir unbekannten Menschen, der aber ein ESA-T-Shirt trug. Es gab einen gegenseitigen „Ah, das muss einer von der Reisegruppe sein“-Moment und wir stellten uns einander vor. Ich lernte einen weiteren Peter kennen und mit ihm den ersten mir völlig unbekannten Menschen der Reisegruppe. Auch er war alleine beim Frühstück und es war ganz klar, dass wir uns zusammensetzten. Wir stellten uns vor und unterhielten uns über unsere Motivationen, nach Baikonur zu reisen.

Dieser Peter wusste nichts von der Terminverschiebung und entschied sich, um 10 Uhr in die Lobby zu gehen. Hier warteten noch einige andere Teilnehmer der Reisegruppe, die auch nichts von der neuen Zeit wussten. Wir stellten uns vor und warteten gemeinsam, ob noch etwas passiert. Dann verabredeten wir uns wieder für 13 Uhr und ich ging zurück in mein Hotelzimmer.

Hier nahm ich ein Video auf und veröffentlichte es. Danach ruhte ich mich noch etwas aus.

Treffen der Reisegruppe

Um 13 Uhr trafen Pablo und ich ín einem separaten Raum im Hotel auf die Reisegruppe. Die war schon ziemlich komplett, nur noch wenige Teilnehmer sollten noch am nächsten Tag dazu kommen.

Unser Guide Jakob stellte sich vor und verteilte Aufkleber mit dem Motiv des Mission-Patch für den Raketenstart, den wir erleben sollten. Jakob kennt einige der Designer dieser Patches und brachte die Aufkleber sozusagen direkt von der Quelle mit. Mir gefiel das Motiv sehr und ich überlegte, ob ich so einen Aufkleber nicht auch noch den Unterstützer*innen des Projekts mit beilegen könnte. Ich beschloss, Jakob später danach zu fragen.

Eine Exkursion sollte es wohl doch nicht mehr geben und so hatten wir alle Zeit der Welt. Bei Kaffee und Tee saßen wir nun zusammen und kamen ins Gespräch. Auf Anregung von Pablo machten wir noch eine Vorstellungsrunde. Es war eine schön gemischte Gruppe aus Niederländern, Deutschen, Österreichern und einer Teilnehmerin aus Schweden. Es gab viele unterschiedliche Teilinteressen bei der Raumfahrt, aber natürlich fieberten alle dem Raketenstart entgegen.

Ich nutzte die Gelegenheit, mit Jakob über die Aufkleber zu sprechen und schickte direkt eine Anfrage an spacepatches.nl. Daraus wurde noch während der Reise eine Bestellung.

Währenddessen bildeten sich innerhalb der Reisegruppe kleine Gruppen mit unterschiedlichen Vorhaben. Einige Teilnehmer waren ja erst einige Stunden da und suchten einen Supermarkt und Peter benötigte noch eine SIM-Karte. Wir verabredeten uns zum gemeinsamen Abendessen und teilten uns dann auf. Unser Grüppchen ging zuerst zum Supermarkt und erledigte einige Einkäufe. Die Versorgung mit mobilem Internet für Peter ging dieses Mal ganz schnell. Wir brauchten nur dem freundlichen Verkäufer das Stichwort „Beeline“ geben und schon nahm alles seinen Weg.

Spaziergang

Danach genossen wir bei einem langen Spaziergang in einer Gruppe von etwa 10 Personen das wunderbare Wetter dieses Tages und lernten uns besser kennen.

Wir gingen zunächst recht ziellos einfach durch die Gegend, spazierte dann aber nochmal zur großen Hazrat-Sultan-Moschee und zur Pyramide des Friedens und der Eintracht. Hier konnte ich dann auch den Geocache loggen, bei dem mir in der Nacht zuvor das Schreibgerät fehlte.

Im hellen Sonnenlicht machte der Park mit der Pyramide noch mal einen ganz anderen Eindruck, auch die groß angelegte Symmetrie der Umgebung konnte noch ganz anders wirken. Hier bildet das Monument Kazakh Eli eine Achse über die Pyramide hinweg bis zum Ak-Orda-Palast, dem offiziellen Sitz des kasachischen Präsidenten. Links und rechts vom Kazakh Eli-Monument befinden sich der Shabyt Palace of Creativity mit der Kazakh National University of Arts und der Palace of Independence.

Schließlich machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel und hatten dort einen schönen, gemeinsamen Abend. Danach nahmen wir eine Podcast-Folge auf und beendeten den Tag.

Am nächsten Tag sollte dann das gemeinsame Programm der Reisegruppe mit einer Stadtrundfahrt beginnen.

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